SharePoint Foundation 2010 – Lizenzbestimmungen und Skalierbarkeit – SharePoint lizenzkostenfrei nutzen!

SharePoint Foundation 2010 – Lizenzbestimmungen und Skalierbarkeit – SharePoint lizenzkostenfrei nutzen!

(Aktualisiert) Schon bisher konnte SharePoint ohne Lizenzkosten (mit den Windows SharePoint Services) betrieben werden. Für die neue SharePoint Foundation 2010 gilt dies ebenfalls, aber es gibt Einiges zu beachten. Mit etwas Verständnis können Sie sogar sehr skalierbare SharePoint-Lösungen mit der SharePoint Foundation lizenzkostenfrei umsetzen! Was müssen Sie beachten?

 

Windows Server-Lizenzen nutzen

Die SharePoint Foundation 2010 ist quasi „lizenzkostenfrei“. Wenn Sie einen Windows Server 2003 oder Windows Server 2008 einsetzen und entsprechende Nutzungslizenzen (CAL – Client Access Lizenzen) für Windows Server besitzen, ist die SharePoint Foundation mit diesen Windows Server-Lizenzen mitlizenziert. Das heißt, Sie können auf einem Ihrer bestehenden Windows Server die SharePoint Foundation installieren, und alle lizenzierten Windows-Benutzer können die SharePoint-Plattform ohne weiteres und ohne zusätzliche Lizenzkosten nutzen.

64 Bit müssen es schon sein

Die einzige Hürde stellt Ihre Hardware dar. SharePoint 2010 (Server und Foundation) verlangen als Mindestanforderung ein 64-Bit Quad-Core System mit mindestens 4 GB, besser 8 GB Hauptspeicher. Auf diesem wird jetzt nur noch Windows Server 2008 auch Windows Server 2003 unterstützt, so dass Sie nicht unbedingt auch Ihre Server-Software aktualisieren müssen.

SQL Express / SQL Server (aktualisiert)

Für kleinere Auch für größere Anwendungen reicht die mit SharePoint installierte Version von SQL Express. In Kombination mit dem ebenfalls lizenzkostenfreien SQL Server 2008 Express R2 können Sie Datenbanken bis zu einer Größe von 10 GB verwalten. In der Vorgängerversion Windows SharePoint Services 3.0 / SQL Express war die Größe auf 4 GB beschränkt und eignete sich nur für kleinere Anwendungsszenarien.

Darüber hinaus unterstützt SQL Server 2008 Express R2 auch den Datentyp Filestream und damit das Auslagern so genannter BLOBs (Binary Large Objects). In diesen legt SharePoint hochgeladene Dateien und Dokumente ab. Auch für die SharePoint Foundation kann diese BLOB-Auslagerung in Kombination mit dem SQL Server Express konfiguriert werden, wie hier im Microsoft Technet beschrieben. Vom Grundsatz her wird ein so genannter Remote BLOB Storage (RBS) Provider aus dem SQL Server Feature Pack installiert. Über diesen werden dann alle im Filestream-Datentyp abgelegten SharePoint-Dokumente und -Dateien außerhalb der eigentlichen SQL-Datenbank  in einem eigenen Festplattenbereich abgelegt.

Da in typischen SharePoint-Szenarien oft 80 – 90 % einer Installation aus hochgeladenen Dateien und Dokumenten besteht, können durch die Erweiterung der maximalen Datenbankgröße auf 10 GB und das beschriebene Auslagern von Dokumenten aus der Datenbank bereits anspruchsvolle SharePoint-Lösungen ohne zusätzliche Lizenzkosten realisiert werden.

Nur wenn Ihre Datenmengen auch bei Nutzung von ausgelagerten SharePoint-Dokumenten 10 GB überschreitenAnforderungen Sie professionelle Unternehmenslösungen auf Basis von SharePoint Foundation umsetzen möchten, benötigen Sie einen Microsoft SQL Server 2005 oder Microsoft SQL Server 2008 (64 Bit). Für diesen ist dann natürlich eine SQL Server Lizenz erforderlich, nach unserer Erfahrung kann aber häufig ein bereits vorhandener SQL Server genutzt werden.

Lizenzfalle SQL Server?

Achtung! SQL Server wird in 2 Varianten lizenziert: „pro Prozessor“ oder „pro Benutzer“ (CALs). In der ersten (deutlich teureren) Variante können Sie SharePoint Foundation ohne weitere Lizenzierung mit einer beliebigen Anzahl Benutzer betreiben. Haben Sie aber SQL Server mit CALs lizenziert, benötigen Sie pro SharePoint-Benutzer eine eigene SQL Server CAL! Hier heisst es also, genau hinschauen und rechnen!

In der Kombination SharePoint Foundation 2010 + Microsoft SQL Server Express 2008 R2 + Filestream RBS Provider zur Auslagerung von Dokumenten können so bereits sehr umfangreiche und leistungsfähige Unternehmenslösungen realisiert werden.

Office 2003 / 2007 / 2010

Und um SharePoint (Foundation) wirklich sinnvoll im Unternehmen nutzen zu können, sollten Ihre Anwender nach Möglichkeit bereits mindestens Microsoft Office 2007 einsetzen. Die Integration mit Office 2003 funktioniert auch, ist bei weitem aber nicht so elegant wie mit Office 2007 (bzw. natürlich dem aktuellen Office 2010).

Fazit

Die SharePoint Foundation ist – wie der Name bereits sagt – die Grundlage oder das Fundament für den SharePoint Server und bereits sehr leistungsfähig. Damit eignet sich die SharePoint Foundation auch zum Aufbau eigener Unternehmenslösungen. Mit den Lizenzierungsbestimmungen von Microsoft könnte man ein ganzes Buch füllen. Aber an dieser Stelle lohnt ein genauer Blick! Viele anspruchsvolle Projekte können Sie auf Basis von SharePoint Services, jetzt SharePoint Foundation umsetzen, ohne dass Kosten für Lizenzen anfallen. Und bereits mit dem lizenzkostenfreien SQL Server Express 2008 sind die umgesetzten Lösungen auch hochgradig skalierbar. Für spezielle Szenarien und Enterprise-Lösungen ist natürlich ein SharePoint Server unabdingbar, aber auch eine spätere Umstellung auf den SharePoint Server ist ohne großen Aufwand möglich.  Siehe auch unsere Artikel zur SharePoint-Lizenzierung unter

Die Hardware- und Softwareanforderungen sind auch im Microsoft Technet (auf englisch) beschrieben:

Weiter führende Fragen beantworten wir gerne!

 
Kommentare

Prima Zusammenstellung, danke!

Endlich mal kompetenz

Ausgezeichneter Artikel, jedoch bleibt eine Frage nachwievor unbeantwortet. Angemonmmen ich möchte mit der SPF 2010 Websiten veröffentlichen und der Zugriff erfolgt über die Forms Authentifizierung, reicht dann nur die Windows Server Lizenz des OS oder müssen dann auch irgendwelche User CALs verwendet werden? Vielen Dank!

@chandler Nach unserem Wissen und Verständnis sind nur dann Client Access Lizenzen erforderlich, wenn ein Benutzer aus dem Active Directory authentifiziert wird. Solange also nur Webseiten für die allgemeine Nutzung veröffentlicht werden und zugreifende Benutzer ohne Domänenkonto/AD-Konto authentifiziert werden, sollte dies lizenzkostenfrei möglich sein. Die Lizenzierung ist aber eine Wissenschaft für sich und sollte individuell besprochen werden.
Weitere Hinweise hierzu unter
http://www.eggheadcafe.com/software/aspnet/29396782/cal-license-workaround.aspx
und
http://vspug.com/wsspectacular/2008/09/24/wss-extranet-licensing/

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